Das Institut für Medizinische Lehre (IML) der Medizinischen Fakultät Bern führte in Kooperation mit dem Berner Bildungszentrum Pflege (BZ Pflege), dem Fachbereich Gesundheit der Berner Fachhochschule (BFH) und der Haute Ecole de Santé Vaud (HESAV) Lausanne nunmehr schon zum fünften Mal die SPSim-Tagung durch. Die SPSim behandelt Themen rund um den Einsatz von Schauspielpatienten (SP) und Simulationen (Sim) in der Aus-, Weiter- und Fortbildung in den Gesundheitsberufen. Hierbei kommt der interprofessionellen Zusammenarbeit, dem Erfahrungsaustausch sowie der aktuellen Forschung eine grosse Bedeutung zu. Turnusmässig war es diesmal am IML, die wissenschaftliche und organisatorische Verantwortung zu tragen. Mit über 120 Teilnehmenden aus sechs verschiedenen Ländern gelang in drei Tagen ein interprofessioneller wissenschaftlicher Informationsaustausch in anregender Atmosphäre.

Interprofessioneller Austausch

Im Rahmen des Vorprogramms wurde eine Tour durch die Simulations- und Skillszentren am Standort Bern durchgeführt. An vier Preconference Workshops richtete sich der Fokus auf die Themen Kleingruppenunterricht mit SchauspielpatientInnen (SPs), Anwendung von Moulagen, Hybridsimulationen und der Realisierung eines neuen interdisziplinären Simulationszentrums in Bern. Im Hauptprogramm konnten die Keynote-Sprecher Akzente zu den Themen Hybridsimulation, virtuelle Simulationen, standardisierte Patienten und interprofessionelle Curricula setzen, welche dann in den über 40 Beiträgen der Teilnehmenden in Kurzvorträgen, Posterpräsentationen und Workshops vertieft wurden.



Curriculare Innovationen

Das Tagungsthema der diesjährigen Konferenz, die auf Englisch durchgeführt wurde, war „Curricular Integration of Simulation in Healthcare, from Concept to reality“

An beiden Tagen gaben internationale Keynote SprecherInnen eine Übersicht über aktuelle curriculare Entwicklungen und Forschung im interprofessionellen Umfeld des Gesundheitswesens. Trends und kulturelle Unterschiede wurden beleuchtet und gaben wertvolle Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Aus-, Weiter- und Fortbildung.

SPSim als Plattform für Austausch

Mit dem Schwerpunkt auf die Lehre bietet die SPSim eine interprofessionelle Plattform für Lehrende, sich gegenseitig zu inspirieren und auszutauschen. Durch den Einsatz von Simulationen und SPs können praktische Aspekte der Aus-, Weiter- und Fortbildung planbar, flexibel und sicher gestaltet werden. An der diesjährigen SPSim wurde besonders betont, wie wichtig es ist, dass Übungssituationen auch während des Studiums interprofessionell gestaltet werden. Qualitative gute Lernumgebungen und Lernerfahrungen zu ermöglichen, ist in mehrfacher Hinsicht wertvoll. So entsteht nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrungen, die unsere Studierende und sich Weiterbildende als zukünftige Lehrende weiterführen können.

Am Schluss nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der veranstaltenden Institutionen (Sissel Guttormsen, Theresa Scherer, Peter Marbet und Nadine Oberhauser), der Society in Europe for Simulation Attached to Medicine, der Swiss Association for Simulation in Healthcare (SESAM/SASH: Dr. Stefan Gisin) und der Direktorin des Centre Interprofessionel de Simulation (CIS) in einem konsequent auch interprofessionell besetzten Podium Stellung zur vielversprechenden Zukunft simulationsbasierter, interdisziplinärer und interprofessioneller Aus-, Weiter- und Fortbildung. Moderiert wurde der Anlass von Dr. med. Raphaël Bonvin (Universität Lausanne). Die aktive Diskussion zwischen Podium und Publikum berührte die Möglichkeiten und Hindernisse der interprofessionellen Lehre mit Simulationen und SPs. Es wird erkannt, dass aktuell viele bedeutende Projekte in der Schweiz am Wachsen sind.

Wir freuen uns auf die nächste gemeinsame Tagung im September 2019 an der Berner Fachhochschule, die der Fachbereich Gesundheit vorbereiten wird!

Die Tagung wurde von einem interprofessionellen und interinstitutionellen Team organisiert:

Strategische Leitung:

Sissel Guttormsen (IML, Tagungspräsidentin 2017), Ulrich Woermann (IML, Leiter OK), Kai Schnabel (IML, Leiter WB), Peter Marbet, Claudia Schlegel (BZ Pflege), Eugen Mischler, Theresa Scherer, Sybille Matt (BFH), Nadine Oberhauser (HESAV),

Organisationskomitee (OK):

Ulrich Woermann, Claudia Schlegel, Sybille Matt, Nadine Oberhauser, Kai Schnabel

Wissenschaftlicher Beirat (WB):

Kai Schnabel, Carine Layat, Monika Brodmann, Stefan Gisin, Daniel Bauer, Benjamin Rapphold, Josée Des Granges Zimmermann, Dörte Watzek, Uwe Weber

Bilder: @ Norbert Braun, IML 2017

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